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via xFuckerx

Helmut Smits, Dead Pixel, 2009: Quelle: xFuckerx

Helmut Smits, Dead Pixel, 2009: Quelle: xFuckerx

Das 82 cm² große Quadrat, welches der niederländische Künstler Helmut Smits auf eine Wiese gebrannt hat, nimmt, betrachtet mit GoogleEarth auf einer Höhe von 1 km genau ein Pixel auf dem heimischen Computerbildschirm ein. Das ist mal geobranding im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Aussage, ganz anders als die Sowjet-Botschaften fürs All. In Zeiten, in denen Satellitenbilder auch für das normale Leben immer weiter an Wert gewinnen eine Schöne Aktion um auf die Probleme eben dieser Techniken hinzuweisen. Manipulation ist möglich und gängig. Und wenn sie schon in der Realität wirksam ist, wie dann erst im Computer?

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Halde für raioaktiven Abfall auf Runit Island; via Pruned

Halde für raioaktiven Abfall auf Runit Island; via Pruned

Pruned zeigen ein Photo einer 100 m Betonkuppel, welche einen Krater einer Atom-Explosion, gefüllt mit kontaminierter Erde, bedeckt. Und wir fragen uns, was gibt es sonst noch für Architekturen da draußen, welche groß, beeindruckend sind, aber normalerweise nicht gesehen werden. Seit dem Beginn der Moderne hat die Industrieästhetik bedeutendes Gewicht. Gehört dazu auch militärische Architektur? Die Frage ist nun, ist nur als Industrie- bzw. hier militärische Architektur geplante reiner und besser als auch künstlerische, kann man den künstlerischen Anteil komplett abkapseln?

Eikongraphia hat es mal wieder: Das dänische Architekturbüro Bjarke Ingels Group – BIG – aus Kopenhagen möchten vor der Hauptstadt des Turkstaates Aserbaidschan, Baku, eine Stadt für a. 1 000 000 Einwohner bauen. Natürlich klingt alles übertrieben, wie auch bei manchen anderen Projekten der Region, die Einwohnerzahl wurde bereits genannt, 1 000 000 Quadratmeter Grundfläche, völlig CO2-neutral etc. etc.

Projekt für Zira-Island, BIG Architects Denmark, 2009; Quelle: www.big.dk

Projekt für Zira-Island, BIG Architects Denmark, 2009; Quelle: http://www.big.dk

Was uns hier allerdings interessiert, ist die Form, die gewählt wurde. Ist es nur einfache Agitation, die die Form, Berge, mit den sieben Hügeln des Staates in Verbindung bringt? (Michiel van Raaij meint, den Zusammenhang gäbe es nicht, es wäre nur der zusammengestellte Back-Katalog des Büros) oder geht es hier in eine Richtung, die Architektur nicht nur als Funktion begreift, sondern auch nicht nur in der Größe Erfüllung sucht – Größe wurde schon öfter, besser und auch größer erreicht – sondern in einer einfachen aber trotzdem durchschlagenden Ikonographie.

Siehe auch:

Mon.Arch.: Stalins Moskau

Mon.Arch.: Die Polis im Berg – Deinokrates

Sehr interessant fanden wir ja schon immer Architektur-„Projekte“, die zu groß oder zu phantastisch oder zu strange waren um wirklich gebaut zu werden. Ein bekanntes Beispiel aus der Antike ist der Plan des Δεινοκράτης in den Berg Athos eine menschliche Figur schlagen zu lassen, die in ihrer linken Hand die befestigte Polis und in ihrer rechten ein Wasserbasin halten sollte. Zwar von Alexander abgelehnt, weil der armen Bevölkerung ja der nötige Zugang zum Meer fehlen würde, aber doch immerhin so weit ernst genommen.

J.R. Schellenberg, 16. Tafel aus J.S. Stoy, Bilder-Akademie für die Jugend. Band 1. Nürnberg, 1784, Kupferstich 1784

J.R. Schellenberg, 16. Tafel aus J.S. Stoy, Bilder-Akademie für die Jugend. Band 1. Nürnberg, 1784, Kupferstich 1784

Siehe auch:

Monumentale Architektur

Wir hier bei Ye Olde Mason mögen ja, sind ja really fond of, wie man im angelsächsischen Sprachraum sagt, Gedanken zur Architektur, die groß sind, sehr groß, sehr sehr groß. Die müssen nicht unbedingt gebaut sein, Ideen reichen schon. Da interessiert, was englishrussia.com zeigt, stalinistische Umgestaltungspläne für Moskau. Leider ohne genauere Angaben zu Urheber, Entstehungszeit etc, aber für was gibt es denn das Internet?! So sind manche der gefeaturten Gebäude bekannt, wie z.B. der unvollendete Palast der Sowjets nach Plänen von Boris Iofan und Wladimir Schtschuko

wikipedia

Der projektierte Palast der Sowjets (Version von 1936), einer Gemeinschaftsarbeit der Architekten Boris Iofan und Wladimir Schtschuko, Quelle: wikipedia

oder, was uns wegen der wunderbaren Einbeziehung der Platzanlage des Roten Platzes ganz besonders interessiert hat, das Volkskommisariat der Schwerindustrie von Alexander und Viktor Vesnin.

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Volkskommisariat der Schwerindustrie, nach Plänen von A. und V. Vesnin, ca. 1934, Quelle: http://www.muar.ru

Besonders imponiert uns hier die Lösung mit der sechsgeteilten Treppe, die eine ganze Breitseite des Platzes einnimmt und vor einer Art Stoa mit Mittelvorhalle endet. Gibt es hier Anleihen an die florentinische Renaissance oder erinnert uns der Entwurf zu Unrecht an Brunelleschis Piazza della Santissima Annunziata?

Aber um was geht es bei den gezeigten Entwürfen? Es geht um das Neue Moskau (Hовая Москва) (siehe hier, russisches Propagandavideo von 1938, zeigt gegen Ende auch den Palast der Sovjets im Modell), den Auftrag an Alexei Wiktorowitsch Schtschussew zum Umbau Moskaus in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Einen besonderen Platz nimmt in der ganzen Planungshistorie das Jahr 1937 ein, welches neben Stalins Terrormaßnahmen auch Stadtplanungsprojekte (U-Bahn, Anlegung breiter Paradestraßen) sah. Neben, natürlich, konstruktivistischer Formsprache, zeigen die Projekte für das siegreiche Volk auch gewisse klassische Anleihen

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Der Helden-Bogen, nach Plänen von L. Pavlov, 1942, Quelle: http://www.muar.ru

so der Helden-Bogen von L. Pavlov für die Verteidiger Moskaus. Oder auch I. A. Fomins Projekt für das bereits oben angesprochene Volkskommisariat der Schwerindustrie

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Volkskommisariat der Schwerindustrie, I. Fomin, P. Abrosimov, M. Minkus, ca. 1934, Quelle: http://www.mura.ru

Beide benutzen, ganz klassisch, Bogen-Formen zur Erzeugung eines Erhabenheit-Gefühls.