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Bei Rüsselsheim im Wald liegen versteckt die Reste der alten Test- und Rennstrecke von Opel. Technikgeschichtliche Meriten wie ehemals schnellste Rennstrecke Europas und Austragungsort der Raketenversuche Fritz von Opels lassen sich bei Wikipedia nachlesen. Da sämtliche Aufbauten aus Holz bestanden, lässt sich außer ein paar wenigen Fundamentresten vor allem die Fahrbahn mit den Steilkurven ausmachen. Die allerdings gut. Nach der endgültigen Schließung der Strecke 1949 wurde das Gelände renaturiert und ist heute dicht mit Wald bewachsen. An einer kleinen Stelle wurden Bäume und Humusschicht entfernt und eine Plattform mit Informationstafeln angebracht. Die Strecke ist heute Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.
Opel Rennstrecke. Rüsselsheim (4 von 6)
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Prora [siehe auch; und auch; und auch] bei Binz auf Rügen. KdF-Seebad, NVA-Kaserne, jetzt bald Ferienwohnungen. Wer die ursprüngliche Konzeption noch halbwegs sehen möchte, sollte sich bald auf den Weg machen.
Prora auf Rügen. Im hinteren Teil des Baus die neue Jugendherberge.

Prora auf Rügen. Im hinteren Teil des Baus die neue Jugendherberge.

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Diesen Post verlinken wir einzig und allein wegen dem Titel!

Whay! Das Deutsche Architektur Museum in Frankfurt ist doch immer wieder ein Genuss. Da geht man mal schnell hin um sich die Las Vegas Studio-Ausstellung anzusehen und bleibt stundenlang dort weils doch so viel zu sehen gibt:

Schwarzwaldhalle, Karlsruhe, 1953; Quelle: wikipedia

Schwarzwaldhalle, Karlsruhe, 1953; Quelle: wikipedia

a) Direkt zu Beginn: Zum Beispiel Schelling: Beispiele von Erich Schellings Bauten, die sowohl ein Licht auf Schellings besondere Formensprache, als auch die Ästhetik sowie der Bauanforderungen der Nachkriegszeit allgemein, sowie das gesellschaftliche Ansehen der Architekten der Zeit zeigen. Zu sehen sind Fotos (alte und moderne), Modelle und Pläne von so bedeutenden Bauten wie dem Theater der Stadt Schweinfurt, Werksgebäude für die FAG Kugelfischer, der Schwarzwaldhalle, der Volksbank am Marktplatz in Karlsruhe, der Erweiterung des Bundesgerichtshofes in Karslruhe sowie der Innenausstattung des Wohnhauses des Architekten. Daneben auch Exponate aus den Bauten selbst, Teile der Leuchten des Theaters Schweinfurt oder einem Stuhl der Schwarzwaldhalle. Alles in allem sehr nette Ausstellung, es ist nett, dass mal ein Augenmerk auf die deutsche Nachkriegsarchitektur gelegt wird. Denn die Ausstellungsmacher sehen die Bauten, sie zeigt ein kleiner Hinweis auf den erklärenden Schildern, auch unter dem immer leider sehr aktuellen (siehe Volksbank Karlsruhe) Bezug zu Abriss und Umgestaltung. Und damit zeigt uns die Ausstellung auch: Fahr mal hin, noch steht’s.

b) Die zweite Ausstellung widmet sich Fotographien von Gordan Watkinson, welcher sich anlässlich des Jubiläums des Bauhauses „typische“ Bauhaus-Bauten sucht und sie in Beziehung zu modernen Bauten setzt. Welche modernen Bauten fragen Sie und Sie fragen zu Recht: irgendwelche, zumindest kam es uns so vor. Die Ausstellung ist wirklich nett zu sehen, die Bilder aus interessanten Winkeln gut aufgenommen mit einer nicht aufregenden, sachlichen, blauen Ästhetik die uns auch interessante neue Gebäude zeigt, die irgendwann mal als Klassiker angesehen werden könnten. Aber wie wurden sie ausgewählt. Wenn zu Mies van der Rohes Wohnblock der Weißenhof-Siedlung ein moderner Siedlungsblock in Schweden gesetzt wird, dann fragen wir uns doch, warum? Die Frage bleibt uns der Fotograph schuldig, immerhin schön ists.

c) Hawaii Moderne. Die Architektur von Vladimir Ossipoff: Wir sind ja, vor allem weil wir große Fans von schönem sind, auch große Fans von Ossipoff, der schöne Architektur passend zu ihrer Umgebung entworfen hat. Allerdings finden wir die Heraushebung die sein Lanaii hier findet etwas übertrieben: Die Öffnung des Innenraums nach außen ist bei einem solchen Klima wie auf Hawaii eigentlich selbstverständlich und es kann einzig eine Gratulation an Ossipoffs nicht-standardisiertes Denken sein, wenn er hier nicht den normalen Weg ging, sondern sich ansah wie schon vorher gebaut wurde. Daneben hat uns irgendwie der Bezug zu antiken Peristylen gefehlt, welche das Prinzip zwar quasi umdrehen, aber trotzdem das gleiche wollen.

Learning from Las Vegas, 1972

Learning from Las Vegas, 1972

d) endlich das, weswegen wir eigentlich dort waren. Ihre Ergebnisse kann man kritisieren, ihre Methoden teilweise auch, aber das was Robert Venturi und Denise Sott Brown da in den 70ern in Las Vegas machten war ein Befreiungsschlag für die Architektur. Endlich musste nicht mehr nur alles kühl und funktionierend sein (wodurch es ja leider immer formal wurde), sondern man konnte auch wieder über Ornament reden. Gilt bis heute! Und da ist diese Ausstellung nur leider etwa klein und nicht direkt ersichtlich, wenn man die Thesen Venturi/Scott Browns nicht kennt. An den Wänden nette Bilder und Filme gibt es auch, also trotzdem sehenswert, wenn man sich auskennt.

Las Vegas Studio, noch bis zum 21.06.09
Hawaii Moderne. Die Architektur von Vladimir Ossipoff, noch bis zum 14.06.09
Zum Beispiel Schelling, noch bis zum 12.04.09
Bauhaus zwanzig-21. Fotografien von Gordon Watkinson, noch bis zum
26.04.09
im: Deutsches Architektur Museum, Frankfurt am Main

Markierung des Ostchores der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

Markierung des Ostchores der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

In die selbe Richtung wie der vorherige Post zu St. Christoph, geht unser heutiger Artikel zu St. Maria ad Gradus, der östlich des Mainzer Doms gelegenen gotischen Hallenkirche. Diese wurde zwar 1803 – 07 abgebrochen, allerdings wurde sie weiter im historischen Bewusstsein des Areal deutlich markiert.

Liebfrauenkirche vor dem Mainzer Dom, in Matthaeus Merians Topographia Germaniae von 1675; Quelle: wikipedia

Liebfrauenkirche vor dem Mainzer Dom, in Matthaeus Merians Topographia Germaniae von 1675; Quelle: wikipedia

Zum Bau: Vermutlich ebenfalls von Erzbischoff Willigis gestiftet. In einer Quelle wird als Weihedatum des novi monasterii S.Mariae der 23. November 1069 angegeben. Dieser erste Bau brannte 1285 ab und wurde im gotischen Stil wiedererrichtet. Die Bauarbeiten liefen bis nach 1314.

Grundriss der Liebfrauenkirche, Mainz, aus: August Schuchert, Die Mainzer Kirchen und Kapellen (Mainz 1931); Quelle: wikipedia

Grundriss der Liebfrauenkirche, Mainz, aus: August Schuchert, Die Mainzer Kirchen und Kapellen (Mainz 1931); Quelle: wikipedia

Wir haben eine dreijochige, dreischiffige gotische Hallenkirche auf einem fast quadratischen Grundriss. Das Mittelschiff ist etwas breiter als die Seitenschiffe. Die Kirche ist geostet, der Ostchor ist als Apsis ausgebildet. Geplant waren zwei Türme im Osten als Verlängerung der Seitenschiffe, von denen allerdings nur der nördliche ausgeführt wurde. Geschmückt war das Portal mit gotischen Figurenschmuck, welcher sich heute im Landesmuseum Mainz befindet.

Zeichnung des Portals der Liebfrauenkirche, Mainz, aus: Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz (1990); Quelle: wikipedia

Zeichnung des Portals der Liebfrauenkirche, Mainz, aus: Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz (1990); Quelle: wikipedia

Das Gebäude bleibt aber trotz der Zerstörung weiterhin im historischen Gedächtnisses der Stadt präsent. Zum einen trägt der transistente Platz zwischen Dom und Rhein den Namen der Kirche, Liebfrauenplatz, zum anderen sind Überreste und der Grundriss darauf deutlich gemacht.

Luftbild Liebfrauenplatz, Mainz; Quelle: googlemaps

Luftbild Liebfrauenplatz, Mainz; Quelle: googlemaps

Gedenkplatte auf dem Liebfrauenplatz, Mainz; Quelle: T.D.

Gedenkplatte auf dem Liebfrauenplatz, Mainz; Quelle: T.D.

Vor allem der Ostchor bildet ein plastisch ein quasi Denkmal, welches durch die Bepflanzung im Sommer zum Verweilen einlädt.

ehemaliger Ostchor der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

ehemaliger Ostchor der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

ehemaliger Ostchor der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

ehemaliger Ostchor der Liebfrauenkirche, Mainz; Quelle: T.D.

Siehe auch:

Ruinen Inc.: St. Christoph, Mainz

Ruinen Inc. – Haus zum römischen Kaiser / Gutenberg-Museum / Bistro Codex

Ruinen Incorporated

St. Christoph Mainz, "rekonstruiertes" südliches Seitenschiff; Quelle: T.D.

St. Christoph Mainz, "rekonstruiertes" nördliches Seitenschiff; Quelle: T.D.

Die Mainzer Kirche St. Christoph ist leider, unserer Meinung nach, eines der wenigen positiven Beispiele für einen durchdachten Umgang mit historischer Substanz in Mainz und Umgebung. Die Verwendung der Ruinen ist hier Selbstzweck, zusammen mit Ergänzungen die rein Ergänzungen bleiben wollen und auch immer als solche sichtbar sein sollen.

St. Christoph, Mainz, Langhaus von Osten; Quelle: T.D.

St. Christoph, Mainz, Langhaus von Osten; Quelle: T.D.

Die Kirche St. Christoph liegt zwischen der heutigen Mainzer Fußgängerzone und dem Rhein, in einem der frühen Mainzer Siedlungskerne. Als Vorgängerbau ist 893 erstmals eine fränkische Adelskirche nachweisbar, St. Christoph als Pfarrkirche dann seit 1272. Erbaut wurde die Kirche im 13. Jahrhundert, als erstes wohl der Nordturm, noch vor der Mitte des Jahrhunderts, gegen Ende das Langhaus. Historisches Namedropping gelingt durch den Umstand, dass die Kirche die wahtscheinliche Taufkirche Gutenbergs war. Im zweiten Weltkrieg, am 12./13. August 1942, wurde die Kirche durch Bombardement stark zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt sie ihre heutige Funktion als Mahnmal. Noch einmal verändert wurde das Konzept 2002, als im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Bombardierung ein neues Lichtkonzept angebracht wurde.

St. Christoph, Mainz, Blick vom südlichen ins nördliche Seitenschiff; Quelle: T.D.

St. Christoph, Mainz, Blick vom südlichen ins nördliche Seitenschiff, im Hintergrund Gedenkplatte; Quelle: T.D.

Das Konzept, dass bei der Umwandlung der ehemaligen Kirche in ein Denkmal nach dem zweiten Weltkrieg, verfolgt wurde, sah sich vor große Probleme gestellt: Der komplette Innenraum der Kirche war zerstört, das nördliche Seitenschiff musste abgetragen werden. In dieser Situation wurde das nördlichen Seitenschiff mit fünf Stützen nachgeahmt. Das Material hier wie bei fast allen Ergänzungen war einfach grauer Sichtbeton, ein Material welches einfach ohne negative Konnotation ist, sondern in ruhiger Art die Nachkriegs“not“ zeigt. Außen an das nachgebildete Seitenschiff wurden vier Reliefs von Heinz Hemrich gehängt, welche in abstahierender Art Episoden der Mainzer Stadtgeschichte zeigen. Der Nordturm der Kirche wurde wieder als Kapelle hergerichtet und beherbergt heute die orthodoxe Christophorus-Gemeinde Mainz.

St. Christoph, Mainz, Blick in den genutzten Ostchor mit der großen Gedenkplatte; Quelle: T.D.

St. Christoph, Mainz, Blick in den genutzten Ostchor mit der großen Gedenkplatte; Quelle: T.D.

St. Christoph, Mainz, Blick ins Seitenschiff; Quelle: T.D.

St. Christoph, Mainz, Blick ins Seitenschiff; Quelle: T.D.

Siehe auch:

Ruinen Inc. – Haus zum römischen Kaiser / Gutenberg-Museum / Bistro Codex

Ruinen Incorporated

Gestern gab es hier in Mainz die Gelegenheit im Rahmen eines CDU-Termins den Um-/Neubau des Jüngeren Dalberger Hofes zu besichtigen – eine Gelegenheit für uns die neuesten „Trends“ bei der Nutzung von Denkmal mit eigenen Augen zu sehen.

Hauptfassade des Jüngeren Dalberger Hofes, ca. 1718; Quelle: wikipedia

Zuerst, warum uns der Dalberger Hof interessiert: Eines der interessantesten, wohl das größte barocke Adelspalais in Mainz. Grundlegende Literatur, die so ziemlich alles wissenswerte abdeckt ist Reinhard Schneiders „Der Dalberger Hof in Mainz und sein Architekt Caspar Herwartel 1675 – 1720: Idee und Gestalt eines barocken Adelspalastes“ (Worms 1986). Erbaut wurde das Gebäude um 1717, so zumindest das ürsprüngliche Cronostichon über dem Eingang, allerdings existieren bereits Stiche von 1710, welche Elemente des Baus zeigen. Abgeschlossen war der Rohbau 1718, wonach mit der Innenausstattung begonnen wurde, an der namhafte Künstler des Mainzer Hofes beteiligt waren. Davon ist leider nichts mehr erhalten, da der Bau bereits 1793 im Zuge des ersten Koalitionskrieges von preußischen Truppen zerschossen wurde. Er wurde wieder aufgebaut, von Paul Arnold, und wurde ab 1829/30 als großherzoglich-hessischer Justizpalast genutzt. Noch einmal wurde das Gebäude im zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört, danach wiederum aufgebaut und als Polizeipräsidium sowie später für verschiedene Ämter und als Standort des Peter-Cornelius-Konservatoriums verwandt. Umstritten ist die Urheberschaft Caspar Herwartels, welcher eigentlich „nur“ Steinmetzmeister war, die Debatte um die Architektenfrage kann gut bei Schneider verfolgt werden. Kunstgeschichtlich interessant ist der Bau vor allem wegen drei Punkten. Der Hauptsaal des Palais war ein lang-gelagerter Saal, wie er in der italienischen Villenarchitektur seit Palladio auftaucht; des weiteren die Hauptfassade mit ihrem aus der französischen Klassik übernommenen 3-Risalit-Schema, wobei hier wirklich durch ein schmiedeeisernes Gitter zur Klarastraße ein cour d’honeur abgegrenzt war, lustig wenn man die beengten Verhältnisse vor Ort kennt. Letzter Punkt betrifft wiederum die Fassade, besonders die große Ordnung der italienischen Hochrenaissance mit dem genuteten Erdgeschoss-Sockel und der kolossalen Säulenstellung. Alles in allem also ein relativ ekklektizistischer Charakter, dem aber nicht der Charakter im doppelten Sinn abgeht.

Wie so vielen heute, fehlt auch der Stadt Mainz chronisch Geld, so dass, als 2005 mal wieder eine Restaurierung des Baus anstand und die Rechung auf circa 20 000 000 Euro geschätzt wurde, alle schnell nach einer anderen Lösung suchten. Die CDU kam dann nach eigenen Angaben mit der Idee auf, anstatt das alte Ding weiter zu behalten, es doch einfach zu verscheuern. Irgendwie sprach gestern jeder mit Bedauern von diesem Schritt, aber getan haben sie ihn doch. Des weiteren sprachen alle von den strengen Denkmalschutzauflagen, aber da war doch innen garnicht mehr so viel von der Originalsubstanz zu schützen. Irgendwie können wir uns des Gedankes nicht erwähren, dass die ganze Geschichte so nicht gut ist. Immerhin hat man eines der bedeutendsten Mainzer Kulturdenkmäler genommen und hat es der Öffentlichkeit entzogen, indem man es in die bestimmteste Form der Unöffentlichkeit verwandelte, Privatbesitz. Naja, alles nicht so schlimm, es geht ja kunsthistorisch vor allem um die Fassade, und die wird man weiterhin noch sehen dürfen. Oder?

Hans Scholten, Shanghai, China; Quelle: baunetz.de

Hans Scholten, Shanghai, China; Quelle: baunetz.de

Was passiert wenn ein Bildhauer beginnt, Architektur, urbane Architektur, zu fotographieren. Genau, es kommen eventuell Arbeiten heraus, die ganz besonders sensibel auf die räumlichen Massen reagieren, deren Faszination eingefangen werden soll. Die BaunetzWoche, das online-.pdf-Magazin von Baunetz.de hat eine wunderschöne Bildstrecke von Hans Scholten, den besonders Städte interessieren, welche sich alle in einer Situation rasender Veränderung befinden. Einwohnerzahlen über 1 000 000 aber keine großen Kontrollinstanzen, sondern das reine sich selbst doch irgendwie organisierende Leben.

via Pruned

Halde für raioaktiven Abfall auf Runit Island; via Pruned

Halde für raioaktiven Abfall auf Runit Island; via Pruned

Pruned zeigen ein Photo einer 100 m Betonkuppel, welche einen Krater einer Atom-Explosion, gefüllt mit kontaminierter Erde, bedeckt. Und wir fragen uns, was gibt es sonst noch für Architekturen da draußen, welche groß, beeindruckend sind, aber normalerweise nicht gesehen werden. Seit dem Beginn der Moderne hat die Industrieästhetik bedeutendes Gewicht. Gehört dazu auch militärische Architektur? Die Frage ist nun, ist nur als Industrie- bzw. hier militärische Architektur geplante reiner und besser als auch künstlerische, kann man den künstlerischen Anteil komplett abkapseln?

via boiteaoutils

Boiteaoutils verlinkten vor ein paar Tagen die 2001er Photographie von Armin Linke zum G18-Gipfel in Genua und sprachen dabei an, dass die Neuerungen der Stadtplanung des frühen 19. Jahrhunderts auch in Bezug auf neuere Konfliktsituationen geschaffen wurden. Feinde der Führung eines Volkes/Staates waren nun nicht mehr in der Regel nur andere Staaten mit geordneten Heeren, sondern auch immer öfter die eigene Bevölkerung. Die Konflikte wurden auch in Städten ausgetragen. Das wird unserer Meinung nach bei der Besprechung der Städte viel zu oft vergessen. Es ging um konkrete Einsatzmöglichkeiten für die Polizeikräfte, die auf breiten Boulevards wesentlich besser agieren konnten als auf engen Altstadtstraßen.

Insgesamt erinnerten mich diese Ausführungen an den 23. Februar 2005, der Tag an dem auch Mainz etwas Weltpolitik schnuppern konnte.

Lauterenstraße, Mainz, 23.02.2005; Quelle: flickr-usr sperrobjekt

Lauterenstraße, Mainz, 23.02.2005; Quelle: flickr-usr sperrobjekt

Es war damals vor allem die Kaiserstraße, die als Hauptmarschroute des Demonstrationszuges schon Tage vor dem geplanten Besuch weiträumig abgeriegelt war. Es lässt sich nun auch hier darüber nachdenken, inwieweit bereits den Planungen Kreysigs dieses Motiv zugrunde lag.

Foto der Kaiserstraße, Mainz, 1892; Quelle: wikipedia

Foto der Kaiserstraße, Mainz, 1892; Quelle: wikipedia