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FDP Plakat an der Rheinallee, Mainz; Quelle: T.D.

FDP Plakat an der Rheinallee, Mainz; Quelle: T.D.

Normalerweise ranten wir hier ja nicht so viel, aber manchmal muss das einfach sein. Was entdecken unsere müden Augen beim täglichen Stadterkundungsgang? Ein neues Plakat der Freihetlichen. Politisches Ziel: Mehr Parkplätze. Nicht nur die verwendete Schrift und die zwei Ausrufezeichen stören uns hierbei, sondern die Essenz der Forderung. Wer Mainz kennt muss eines zugeben: Der ÖPVN hier ist damn good. Wirklich, wer jemals in anderen Städten gelebt hat wird dies hier bewundern. Die zentralen Busse im 10 Minuten Takt etc. Und dann so eine Forderung. Was wollen die eigentlich fragen wir uns, noch mehr Verkehr in der Stadt. Wahrscheinlich steht der FDPsche Sinn für Ästhetik dem unseren diametral gegenüber: Man wirft sich ja des öfteren in solche hochphilosophischen Fragestellungen wie „was würden wir ändern wenn wir einen Wunsch frei hätten“. Und die Ye Olde Mason-Antwort: Autos vernichten. Einfach diese Überlegung, alle Autos sind von einer zur anderen Sekunde vom Planeten Erde verschwunden, zurück bleiben nur diese Relikte, leere Straßen, rießige Gebilde, die nur dem Gotte Mobilität huldigen. Man hat wirkliche Fläche in der Stadt, zwar hässliche graue, schmutzige Fläche, aber wunderbare freie Sichtverhältnisse. Und in solche Träume platzt die FDP. Wenn wir etwas weniger unpolitisch wären, hätten wir vielleicht vorher einmal denken können: Bei der nächsten Wahl FDP, die haben das doch auch mal verdient, das Gewähltwerden. Aber so?! So nicht. Unser Fazit: Unwählbar. So genug aufgeregt für heute … morgen dann die GEZ …

via boiteaoutils

Boiteaoutils verlinkten vor ein paar Tagen die 2001er Photographie von Armin Linke zum G18-Gipfel in Genua und sprachen dabei an, dass die Neuerungen der Stadtplanung des frühen 19. Jahrhunderts auch in Bezug auf neuere Konfliktsituationen geschaffen wurden. Feinde der Führung eines Volkes/Staates waren nun nicht mehr in der Regel nur andere Staaten mit geordneten Heeren, sondern auch immer öfter die eigene Bevölkerung. Die Konflikte wurden auch in Städten ausgetragen. Das wird unserer Meinung nach bei der Besprechung der Städte viel zu oft vergessen. Es ging um konkrete Einsatzmöglichkeiten für die Polizeikräfte, die auf breiten Boulevards wesentlich besser agieren konnten als auf engen Altstadtstraßen.

Insgesamt erinnerten mich diese Ausführungen an den 23. Februar 2005, der Tag an dem auch Mainz etwas Weltpolitik schnuppern konnte.

Lauterenstraße, Mainz, 23.02.2005; Quelle: flickr-usr sperrobjekt

Lauterenstraße, Mainz, 23.02.2005; Quelle: flickr-usr sperrobjekt

Es war damals vor allem die Kaiserstraße, die als Hauptmarschroute des Demonstrationszuges schon Tage vor dem geplanten Besuch weiträumig abgeriegelt war. Es lässt sich nun auch hier darüber nachdenken, inwieweit bereits den Planungen Kreysigs dieses Motiv zugrunde lag.

Foto der Kaiserstraße, Mainz, 1892; Quelle: wikipedia

Foto der Kaiserstraße, Mainz, 1892; Quelle: wikipedia

Auf unserer Fassnachtsreise nach Stuttgart besuchten wir von Ye Olde Mason mal wieder die Weissenhofsiedlung – immer wieder ein Vergnügen. Denn auch wenn wir ein besonderes Faible für besondere nichtgebaute Architektur haben, sind wir gegenüber dem Charme dann doch realsierter Entwürfe, die trotzdem neu und aufregend sind, durchaus anfällig. Und dann noch der Vorteil wenn man in diesem gebauten Handbuch der Architekturgeschichte der Klassischen Moderne hochtrabende Gespräche über die Fundamenteprobleme der Herren Jeanneret führen kann. Nett.

Übersichtsplan des heutigen Zustands der Weißenhofsiedlung; Quelle: www.weissenhof2002.de

Übersichtsplan des heutigen Zustands der Weißenhofsiedlung; Quelle: http://www.weissenhof2002.de

Etwas was uns bei unserem diesjährigen Spaziergang auf einmal ins Auge sprang: Wo ist die piazza? Jeder Ort hat einen Platz, dieser nicht. Und die Fragen stürzten in unserem Kopf herum: War etwa von Anfang an kein Platz geplant? Wenn, warum? War dem Urheber des Geländeplans, Mies van der Rohe, ein Platz zu unwichtig? War er in dieser Sammlung von Entwürfen für typisierte Einzelhäuser unwichtig, da die Weissenhofsiedlung keine Siedlung im Siedlungssinne, sondern ein Konglomerat dieser typisierten Einzelhäuser darstellen sollte? Oder hatte der Platz, und damit das soziale Leben früherer Prägung, im neuen „modernen“ Leben sozusagen keinen Platz mehr? Ganz aus den Augen gelassen haben können sie ihn ja nicht, diese Avantgarde-Architekten, immerhin gibt es Projekte die einem sofort einfallen, wie Martin Wagners Ausschreibung zur Alexanderplatz-Umgestaltung. Aber da geht es um ein anderes Problem, nämlich um die Bewältigung großer Verkehrsmassen. Es ging um die Lösung von Funktionsproblemen, nicht die Lösung von Formproblemen, sonst wäre ein Platz, der sich ja im Stadtgefüge darlegt wie eine plane, leere Leinwand, ja zur Vorstellung dieser neuen Formen sehr zum Vorteil. Insgesamt verließen wir den Killesberg verwirrt, verwirrter als sonst, schön wenn eigentlich vertrautes einen doch auch erschüttern kann!

Dom und Bude, Mainz, Marktplatz, 20.02.2009; Quelle: T.D.

Ostvierung des Doms und Bude, Mainz, Marktplatz, 20.02.2009; Quelle: T.D.

Jedes Jahr zur gleichen Zeit kann man in Mainz die Verwandlung der Innenstadt erleben. In der Woche vor dem bekannten Rosenmontagsumzug wird der Bereich Schillerplatz, Ludwigsstraße, Dom-Komplex Fassenacht-tauglich gemacht. Obwohl die Redaktion von Ye Olde Mason die „närrischen Tage“ eher als nette Urlaubsmöglichkeit mag, können auch wir uns den städtebaulichen Veränderungen nicht ganz verschließen.

Ephemere Tribüne, Gutenbergplatz, Mainz; Quelle: T.D., 21.02.2009

Ephemere Tribüne, Gutenbergplatz, Mainz; Quelle: T.D., 21.02.2009

Besonders auffällig ist die Besetzung der ansonsten freien Platzflächen mit maeniana oder Zelten. Allgemein ist der ganze Vorgang geprägt von Funktionalität.

Das Festtor, Höfchen, Mainz, Quelle: T.D., 21.02.2009

Das Festtor, Höfchen, Mainz, Quelle: T.D., 21.02.2009

Sogar das große Festtor zum Marktplatz ist ein einfaches Gerüst mit Bannern. Wie Langweilig! Vielleicht würde das ganze Spektakel auch uns anziehen, wenn es mehr wäre wie die bei Dietrich Erben geschilderten Verwandlungen der Piazza di Spagna in Rom!

via Nerdcore

Flickr-Usr Iliazd hat eine vom Vater seiner Frau ererbte Sammlung deutscher Notgeldscheine aus den 20ern gescannt und hochgeladen. Darunter sind besonders viele signierte Stücke, z.B. auch eine des Worpsweder-Künstlerkolonie-Mitglieds Walter Müller

Walter Müller, Notgeld für die Gemeinde Worpswede, ca. 1922; Quelle: flickr

Walter Müller, Notgeld für die Gemeinde Worpswede, ca. 1922; Quelle: flickr

oder auch eine Lithographie von Klemens Brosch für die Gemeinde St. Georgen a.d. Gusen

Klemens Brosch, Notgeld für die Gemeinde St. Georgen a.d. Gusen; Quelle: flickr

Klemens Brosch, Notgeld für die Gemeinde St. Georgen a.d. Gusen, 1920; Quelle: flickr

Besonders schön finden wir ja, neben der Motivik, auch die jeweils verwandten Schriften. Da macht das Stöbern Spaß und gibt uns Hoffnung: Menschliche Kreativität wird immer vorhanden sein, wenn also erstmal der schnöde Gott Mammon etwas eingeschränkt sein wird können wir uns dann wieder auf wichtiges konzentrieren: Sachen schön machen!

Digitalisierung, ein Thema, das heutzutage viel durch das Internet schwingt. Und zu Recht, wie wir hier bei Ye Olde Mason meinen. Denn wenn die Mittel fehlen, sich zu den Museen zu begeben, dann sollen die verdammten Museen doch zu einem kommen.

Adolf Wagner, Huldigung der Kasseler Mädchenschulen an Kaiser Wilhelm I. auf dem Friedrichsplatz, 1878, Museumslandschaft Hessen Kassel; Quelle: www.malerei19jh.museum-kassel.de

Adolf Wagner, Huldigung der Kasseler Mädchenschulen an Kaiser Wilhelm I. auf dem Friedrichsplatz, 1878, Museumslandschaft Hessen Kassel; Quelle: http://www.malerei19jh.museum-kassel.de

Einen weiteren Schritt in diese Richtung geht jetzt, wie heute berichtet, die Museumslandschaft Hessen Kassel, indem sie ihren Bestandskatalog der Malerei des 19. Jahrhunderts online stellen. Wir meinen, ein Besuch wert: Jedes Gemälde, wie z.B. obiges von Adolf Wagner, ist mit Beschreibung und Literatur vorhanden. Ideal um sich einen Überblick über die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts zu verschaffen, besitzt die MHK doch nette Beispiele für Landschafts– und Porträtmalerei.

Heute morgen nur ganz schnell hier aus dem Ye Olde Mason-Haputquartier, die 2007 herausgegebene 2-Euro-Gedenkmünze zum 50. Jubiläum des Vertrags von Rom. Auf dem Obvers ganz normal links die große Zwei, rechts daneben ein Kartenausschnitt Europas.

Slovakische 2-Euro-Gedenkmünze zum 50. Jahrestag des Vertrags von Rom; Quelle: Ebay

Slovakische 2-Euro-Gedenkmünze zum 50. Jahrestag des Vertrags von Rom; Quelle: Ebay

Auf dem Revers dagegen sieht man ein aufgeschlagenes Buch, mit einer leeren linken und einer mit kurzem Text sowie Unterschriften versehenen rechten Seite. Darüber in latinisierter Schrift EVROPA und im Hintergrund ein Sternmuster, welches Unschwer als die von Michelangelo entworfene Pflasterung des Campidoglio in Rom gedeutet werden kann. Hier in einem Stich von Étienne Dupérac von 1568:

Stich der Piazza del Campidoglio von Étienne Dupérac, 1568; Quelle: wikipedia

Stich der Piazza del Campidoglio von Étienne Dupérac, 1568; Quelle: wikipedia

Man kann hier der Münze, welche immerhin in fast allen Euro-Ländern herausgegeben wurde, unterstellen, dass sie Symbolde verwnden würde, die üin jedem dieser Länder verstanden und interpretiert werden können. Verwandt wird hier nun eine abstrahierte Version eines seit der Antike zentralen Platzes der iatlienischen Hauptstadt Rom. Das Muster bietet sich einem hier an, wie es einem auch in de Realität bieten würde, wenn man den Platz über die Cordonata betritt. Mit einem Rückgriff auf dieses Muster bezieht sich die Münze zum einen auf den historischen Ort des Vertragsschlusses, Rom, als auch im Bezug auf Michelangelo auf die Genialität der Künstlerperson im speziellen, wie der Epoche Renaissance im allgemeinen. Denn wollen wir nicht alle die EU nach den Wirren und Barbareien des frühen 20. Jahrhunderts als eine Re-Renaissance sehen, in der rationale Technik und daraus entstandene Kunst Hand in Hand gehen?

Da wir hier bei Ye Olde Mason die alten und schönen Dinge lieben möchten wir uns natürlich auch mit ihnen umgeben, was läge da also näher, als sich ein kleines Museum einzurichten. Das wir dabei aber nicht sie hier, sondern eher z.B. sie hier sammeln würden, das entspricht eher unserem Naturell, ganz zu schweigen von unserem Geldbeutel. Prinzipiell ist uns als Ergänzung unserer ästhetischen Atmosphäre hier ja ziemlich viel recht, Kunst, Design etc.

Nun also heute ein weitere Zugang zu unserer kleinen Sammlung der Schönen Dinge:

5-bändige Byron-Ausgabe, Tauchnitz, Leipzig, 1966; Quelle: T.D.

5-bändige Byron-Ausgabe, Tauchnitz, Leipzig, 1866; Quelle: T.D.

Als große Verehrer der Dichtkunst Lord Byrons, die wir auch schon an lauschigen Sommerabenden vor seinem kruzzeitigen Domizil im Lysikrates-Denkmal in Athen saßen und seine Worte lasen, erfreut es uns ganz besonders als Neuzugang hier eine 5-bändige Byron-Ausgabe aus dem Verlag Bernhard Tauchnitz verzeichnen zu können.

Erste Seite des ersteb Buchs der Byron-Ausgabe, Tauchnitz, Leipzig, 1966; Quelle: T.D.

Deckblatt des ersten Buchs der Byron-Ausgabe, Tauchnitz, Leipzig, 1866; Quelle: T.D.

Die 5 Bände stammen aus dem Jahr 1866. Allerdings ist die frühe Publikationsgeschichte leicht unklar. Laut dem Deckblatt stellen sie als Second Edition eine zweite Auflage dar, allerdings ist die 1866 erschienen Ausgabe nach Günther Blaicher und Brigitte Glaser die erste bei Tauchnitz unter diesem Namen verlegte und die siebte deutsche insgesamt. Lord Byron wurde, bedingt durch großen Erfolg und Aufmerksamkeit schon zu Lebzeiten auch in Deutschland viel publiziert. Alles in allem ist der Zustand der Bücher gut, der Einband teils dem Alter entsprechend. Gehört hat das Buch einmal einem Fr. Seck, der sein ex libris am 09.10.1904 mit der Ortsangabe Moskau in den Bänden hinterließ. Über ihn konnten wir leider nicht mehr in Erfahrung bringen.

Über die Tauchnitz-Editionen oder Tauchnitz Editions ist zu sagen, dass Christian Bernhard Tauchnitz aus Leipzig als einer der ersten begann, kostengünstige Editionen englischsprachiger Literatur anzubieten. Sie wurden ein voller Erfolg. Ihre relativ günstige Herstellung, welche von der Qualität und auch vom Preis wesentlich über den heutigen Paperbacks lag, bescherte dem Sortiment eine große Kundschaft besonders unter Studenten.

Eikongraphia hat es mal wieder: Das dänische Architekturbüro Bjarke Ingels Group – BIG – aus Kopenhagen möchten vor der Hauptstadt des Turkstaates Aserbaidschan, Baku, eine Stadt für a. 1 000 000 Einwohner bauen. Natürlich klingt alles übertrieben, wie auch bei manchen anderen Projekten der Region, die Einwohnerzahl wurde bereits genannt, 1 000 000 Quadratmeter Grundfläche, völlig CO2-neutral etc. etc.

Projekt für Zira-Island, BIG Architects Denmark, 2009; Quelle: www.big.dk

Projekt für Zira-Island, BIG Architects Denmark, 2009; Quelle: http://www.big.dk

Was uns hier allerdings interessiert, ist die Form, die gewählt wurde. Ist es nur einfache Agitation, die die Form, Berge, mit den sieben Hügeln des Staates in Verbindung bringt? (Michiel van Raaij meint, den Zusammenhang gäbe es nicht, es wäre nur der zusammengestellte Back-Katalog des Büros) oder geht es hier in eine Richtung, die Architektur nicht nur als Funktion begreift, sondern auch nicht nur in der Größe Erfüllung sucht – Größe wurde schon öfter, besser und auch größer erreicht – sondern in einer einfachen aber trotzdem durchschlagenden Ikonographie.

Siehe auch:

Mon.Arch.: Stalins Moskau

Mon.Arch.: Die Polis im Berg – Deinokrates

Wir bei Ye Olde Mason sind ja prinzipiell überzeugt, dass durch vereinfachte Darstellung / Abstraktion Charakteristika deutlich werden. So auch bei antiken Reliefs, welche oft eine nicht realistische Darstellung mit Vereinfachungen und Verkürzungen zeigen. Wenn es dann noch um unser Lieblingsthema, Platzanlagen geht, umso besser.

Heute Teil 1 der Serie „Foren & Agorai im Bild“:

Tabula Iliaca, Musei Capitolini

Tabula Iliaca, Musei Capitolini, Inv. MC 0316; Quelle: wikipedia

Die Tabula Iliaca Capitolia ist eine1 im 17. Jhdt. gefundenen weißen Marmortafel, die den Text der Ilias mit Illustrationen in Reliefs enthält. Zweck der in augusteischer Zeit gefertigten Tafeln waren wohl Schulzwecke, das vereinfachte Begreifen der Handlunsgabläufe im Text. Wichtig für uns ist ein Ausschnitt, der das gefallene Troja zeigt.

Tabula Iliaca Capitolina, Ausschnitt

Tabula Iliaca Capitolina, Ausschnitt

Wir sehen die von Kämpfen durchzogene Stadt, nach den äußersten Mauern ein weiteres Tor und dahinter in Abfolge zwei Platzanlagen. Beide sind nach vorne, zum Betrachter hin, offen und an den restlichen drei Seiten von Säulenhallen umgeben. Damit gehen sie weg von Vitruvs Angabe der griechischen „fora in quadrata“2 und hin zu der in der Realität eher gegebenen Hufeisenform.3 Beide Hallenkomplexe gleichen sich, sie stehen auf einem zweistufigen Sockel und sind mit Satteldächern gedeckt. Bei den unteren Stoen befinden sich an den beiden Endseiten Schlitze, welche als Eingänge interpretiert werden können. Die Regelmäßigkeit, die die beiden Anlagen auszeichnet, stört einzig ein unausgerichtet in den oberen Platz gestellter sechssäuliger Antentempel auf einem dreistufigen Podest. Allgemein sind beide Plätze durch die Kämpfer bevölkert, es sind keine weiteren Monumente sichtbar, es sei denn man erklärt ein ungenau erkennbares Teil bei der unteren Anlage für eine, dann aber leere, Statuenbasis.

Weiter interessant ist abschließend noch die Stellung der beiden Plätze im ganzen Stadtgefüge. Insgesamt nehmen sie den größten Teil der gesamten Stadtfläche ein, auch scheinen alle restlichen Gebäude, die beiden Tempel zu Seiten der unteren Anlage, sowie die Straßen mit Wohnhäusern zu Seiten der oberen, ganz klar auf die Vorgabe der Linienführung der Stoen ausgerichtet zu sein.


Fußnoten


1.

Es gibt mehrere, siehe N.V. Montenegro, Die Tabulae Iliacae. Mythos und Geschichte im Spiegel einer Gruppe frühkaiserzeitlicher Miniaturreliefs (Berlin 2004) und auch A. Sadurska, Les tables iliaques (Warschau 1964)


2.

Vitruv V.11.1


3.

siehe R. E. Wycherley, How the greeks built cities, 2. Ausg (London 1962), 71; die Hufeisenform der, nach Vitruv, ionischen Agorai ist eigentlich eher später und „römischer“, siehe Wycherley 1962, 82 f.